ökumenische Jahrestagung


Erzbischof Stefan Burger bedankte sich in seinem Grußwort ausdrücklich bei den Mitarbeitenden in der Polizei dafür, dass sie die Werte:
Freiheit, Sicherheit, Gerechtigkeit für uns erhalten. Jeder Mensch hat die Möglichkeit sich für das Gute zu entscheiden; aber nicht alle tun dies. In der Gesellschaft und in der Polizei brauche es ein Miteinander von Wahrheit, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit, so Burger.

Schwester Edith-Maria Mager, Generaloberin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen, ging in Ihrem Referat darauf ein, dass Macht dazu dient Leben zu mehren.

Mit Rückgriffen auf die Bibel ging sie darauf ein, dass Macht notwendig ist, um das Rechte durchsetzen zu können.
Gute Führungspersonen würden die Menschen aufrichten. Und selbst aufrecht gehen. Sie versuchen das, was sie von anderen fordern selbst zu leben. Die Führenden brauchen eine „narzistische Kompetenz“, einen guten Eigensinn. Was keinen Egozentrismus bedeute. Aus der franziskanischen Führungsethik zitierte sie den wichtigen Grundsatz, dass allem Lebendigen Ehrfurcht gebührt. Und im Rückgriff auf den Apostel Paulus war ein wichtiger Hinweis an Führungskräfte, dass Macht dazu da ist, dass sie anderen nützt. Autorität wird jemand, wie Schwester Edith-Maria betonte, der die drei Bereiche Macht, Kompetenz und Liebe in rechter Weise ausfüllt. Fehlt eine Dimension, dann wird das nicht gelingen.

Professor Peter Schallenberg, Professor für Moraltheologie und Ethik an der theologischen Fakultät Paderborn, erläuterte in einem Spannungsbogen von den Griechen über die Bibel die Frage der Haltung.

Christliche Werte, Werte in der Polizeiarbeit – eine Frage der Haltung? Vom Ur-, oder Grundvertrauen, vom Halt kommt es zur Haltung, zu den Talenten und von dort zum Verhalten. Es ist die Grundfrage des Menschen, auf die er eine Antwort sucht und zu der er ein Gefühl entwickeln will: Es ist gut, dass ich da bin, dass ich liebenswert und geliebt bin. Nicht die Quantität der Tage, sondern die Qualität des Lebens ist entscheidend. Letztlich geht es dann immer wieder darum was gut ist und nicht nur darum was richtig ist. Daraus kann dann die Haltung entstehen, dass ich lieber Unrecht erleide, als selbst Unrecht tue. Eine wichtige Frage, die er sowohl für Polizisten, als auch für Seelsorgende und für Leitende aufwarf war: Mag ich die Menschen?

In verschiedenen Workshops wurden die Impulse vertieft und in Exkursionen Menschen und/in Einrichtungen erlebt, die Werte konkret leben. Die Freiburger Pflasterstub, die Caritaswerkstätten, das Departement für psychische Erkrankungen der Uniklinik Freiburg und das Hospiz Karl Josef waren Stationen, um dem Ernstfall „Menschenwürde“ zu begegnen.

Die Teilnehmer waren dankbar für die Impulse, die Begegnungen und Gespräche. Viele freuen sich 2021 (26. bis 28. April) in Bad Herrenalb bei der nächsten ökumenischen Tagung wieder zu sehen..

Georg Hug, Polizeidekan

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