Februar 2019

 

Suche Frieden

„Suche Frieden
und jage ihm nach!“
Einander Gutes nachsagen!

 

Liebe Leserinnen und Leser,
nach Frieden suchen, ja sogar ihm nachzujagen, wie es uns die Jahreslosung für das Jahr 2019 nahelegt: das ist in einer Welt, die aus den Fugen zu geraten droht, ein notwendiges, vielleicht sogar lebensrettendes Vorhaben. Was tut not?
Wir können wünschen, hoffen und dafür beten, dass der Wille zur gemeinsamen Suche nach dem Weg des Friedens unsere nationalen und internationalen Gremien und Gipfel beseelen möge.

Was aber können wir selber im Umfeld, in dem wir leben und wirken, für den Frieden tun? Dort, wo wir unsere täglichen Beziehungen leben? Daheim in unseren vier Wänden, im Zusammenleben mit unserem Partner, mit unserer Familie, mit den Nachbarn? Und im Beruf, mit den Kolleginnen und Kollegen, im Büro, im Aufenthaltsraum der Dienstgruppe, zu zweit im Streifenwagen oder unterwegs mit der Hundertschaft: Wie können wir als Einzelne dafür eintreten, dass Frieden unser Miteinander bestimmt?

Psalm 34 bringt es auf den Punkt: „Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden“. Und Martin Luther, in seiner Erklärung zum 8.Gebot: „Wir sollen …unseren Nächsten nicht belügen, verraten, verleumden oder seinen Ruf verderben, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum Besten kehren.“

Aktive Friedensarbeit in unserem unmittelbaren Umfeld: Einander Gutes nachsagen!
Nachbarn, die einander Gutes nachsagen. Partner, die einander Gutes nachsagen. Expartner, die versuchen, einander immer noch Gutes nachzusagen. Deutsche, die Ausländern Gutes nachsagen, so wie auch wir uns freuen, wenn ausländische Mitbürger über uns sagen, dass wir in Ordnung sind. Auch in der polizeiinternen Hierarchie ist das möglich, von oben nach unten und von unten nach oben: Einander Gutes nachsagen, und gegenseitige Wertschätzung tatsächlich auch aussprechen.

Einander Gutes nachsagen und dadurch den Boden für Frieden bereiten ist möglich auch dort, wo bisher offen und vor allem auch verdeckt eher böse voneinander und übereinander gesprochen wurde.
Und wo das so gar nicht zu gehen scheint?
Carolin Emcke, Friedenspreisträgerin des Deutschen Buchhandels, schreibt: „Dem Hass begegnen lässt sich nur, indem man seine Einladung, sich ihm anzuverwandeln, ausschlägt. Es gilt zu mobilisieren, was den Hassenden abgeht: genaues Beobachten, nicht nachlassendes Differenzieren und Abstand von sich selbst“.


Im Abstand von uns selbst liegt wohl eigentlich der Schlüssel zur Friedfertigkeit. Wie wohltuend, wenn wir den immer wieder neu gewinnen und dann auch über uns selbst lachen und gnädig mit uns selbst umgehen können!
Das beginne ich zu können, wenn ich selbst mich fraglos und unbedingt geliebt und angenommen weiß von dem, der die Ursache und der Grund alles Guten ist. Ich lasse mich da vom Beter des Psalm 34 mitnehmen: „Als ich Gott suchte, antwortete er mir und machte mein Ich frei von Furcht“ (Psalm 34, 5).

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein weiterhin gutes und friedvolles Jahr 2019!

Ihr Ulrich Enders


ulrich.enders@polizeiseelsorge-elkwue.de

 

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