Monatsimpuls der Polizeiseelsorge Baden Württemberg
November 2018

 

„Wozu eigentlich der November gut sei“, fragte mich vor kurzem ein trauriger Mann nach dem Gottesdienst, der im Fortgang unseres Gesprächs der festen Überzeugung war, dass dieser Monat nun wirklich von niemandem ernstlich gebraucht würde: Er mache nur noch trauriger und ziehe die Leute mit seinen vielen Gedenktagen so richtig nach unten. Sein Vorschlag: Vom derzeit „goldenen Oktober“ sollten wir lieber gleich in die Adventszeit übergehen; das sei allen viel zuträglicher.

In der Tat habe ich den Eindruck, dass der November, der im Volksmund auch Nebel- oder Windmond genannt wird, der am meisten gefürchtete Monat ist: Rau und nass ist er. Jetzt wird es noch früher Nacht – viele gehen im Dunkeln aus dem Haus, und wenn sie Dienstschluss haben, dann bleibt nicht mehr viel vom Tag.

Ich persönlich, da will ich ganz ehrlich sein, möchte den November nicht missen; und die ganzen Tage zum Innehalten und Nachdenken sind mir ganz wichtig – nicht weil ich mich selbst quälen will, auch nicht, weil ich mich kleiner machen will als ich ohnehin schon bin.

Aber, so frage ich, wo sollte ich denn hin mit meinen Gedanken über Werden und Vergehen? Wo sollte ich hin mit meinem Nachdenken über das Sterben und die simple Tatsache, dass meine eigene Lebenszeit schon ziemlich fortgeschritten ist und infolgedessen immer kürzer wird? Wo sollte ich hin mit Versagensängsten und persönlicher Schuld?

Ich mache die Erfahrung, dass ich wenigstens im Monat November ungeniert und ohne mich rechtfertigen zu müssen die Möglichkeit habe, den vielen „schwereren“ Gedanken nachhängen zu dürfen, um Klarheit gewinnen zu können.

Dabei muss ich nicht im Dunkel verharren. Ich darf vertrauen, dass Gott mich im Glauben aus dem Dunkel zum Licht führt, dass ich abladen darf, dass ich Hoffnung gewinne und neuen Lebensmut über alle Not, ja sogar über den Tod hinaus.

Wie oft schon habe ich auf meine eigene Weise erfahren dürfen, was der Beter in seine bekannten Worte gekleidet hat: „Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück, denn DU bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.“ (Ps 23,4)

Polizeikreuz


„Aus dem Dunkel zum Licht“ - Mit dieser Losung hatten wir, Kirche und Polizei, in unserem Landkreis im November letzten Jahres zu einem Gedenkgottesdienst eingeladen – und siehe, es war viel Trost und reichlich Hoffnung hin zum Licht.


Einen gesegneten November wünscht Ihnen allen Roger Baudy aus Mosbach

Evangelisches Pfarramt Lohrbach

 ev-lohrbach@t-online.de

 

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