Monatsimpuls Februar 2024

 

Selbstfürsorge:
„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“

 

Momo 

 (unsere Katze Momo; in sich ruhende Lehrmeisterin zum Thema „Selbstfürsorge“)

 

Fürsorge, der fürsorgliche Blick, das fürsorgliche Handeln für andere gehört zur DNA unserer Polizei.
„Polizist bin ich geworden, um Menschen in Not beizustehen“.

Wie gut aber gelingt Ihnen der fürsorgliche Blick, das fürsorgliche Handeln, wenn es um Sie selbst geht? Gelingt es Ihnen, der Selbstfürsorge im Sinn von „gut auch für sich selbst sorgen“ in Ihrem Alltag genug Raum zu geben?

„Die Hälfte der Beschäftigten schätzt sich selbst als mäßig bis hoch burnoutgefährdet ein, und klagt über Beschwerden wie Rückenschmerzen, Erschöpfung oder Schlafstörungen. Krankheiten werden in den wenigsten Fällen auskuriert, und wenn, dann mit schlechtem Gewissen. Bei knapp der Hälfte kommen Freunde und Familie zu kurz“.
(Dr. med. Tatjana Reichardt, Das Prinzip Selbstfürsorge, München, 2023, S.7; Ergebnis einer Arbeitnehmerbefragung der PronovaBKK; ob eine Befragung mit Zielgruppe „Bedienstete der Polizei“ auf eine ähnliche Problemlage hinweisen würde, kann nur vermutet werden).

„Selbstfürsorge schließt die Sorge für andere Menschen beziehungsweise das Engagement für andere explizit in einem ausgewogenen Maße ein. Wir gewinnen, ohne dass jemand anders verliert“ (ebd. S.18).
„Selbstfürsorge ist nicht die Kür, sondern die Pflicht, wenn es um unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden geht“ (ebd. S.20).

Auch im zentralen Gebot des christlichen Glaubens „Du sollst Deinen Nächsten lieben..…“
ist mit „….wie dich selbst“ die Fürsorge für andere immer schon untrennbar verbunden mit dem achtsamen und liebevollen Blick auch auf uns selbst.


Vielleicht ermutigt Sie einer der nachfolgenden Impulse, heute mit neuer Freundlichkeit, aber auch mit neuer Ernsthaftigkeit auch auf das zu achten, was Sie selbst brauchen.

 

 

Checkliste: Gehe ich fürsorglich mit mir selbst um? (ebd. S.24ff., nach einer Vorlage dort).

 
Zu den nachfolgenden Themen bitte in einer Tabelle die folgenden Antworten eintragen:

Ja ausreichend - Nein, zu selten - Möchte ich verbessern

Oder das beigefügte PDF-Dokument hochladen und ausdrucken.

 Ich habe in der vergangenen Woche meine Grundbedürfnisse ernst genommen:
… genug geschlafen
… genug Bewegung
… genug Zeit für mich selbst
… genug Zeit für die Menschen, die mir wichtig sind.

Ich lebe nach meinen Werten und danach, was mir wichtig ist.

Ich nehme mir genug Zeit, um aufzutanken und meine Energiebilanz ausgeglichen zu halten.

 Ich kenne ein Entspannungsverfahren, und nutze es.

Ich mache regelmäßig Pausen, dienstlich und privat.

Ich bin dankbar für das, was ich habe.

Ich achte auf meine Wortwahl, mir selbst gegenüber, und anderen gegenüber.

Ich gehe insgesamt achtsam durch meinen Tag:
Ich esse z.B. achtsam und weiß nach dem Essen noch, was ich gegessen habe, und wie es geschmeckt hat.

Ich probiere Neues aus.

Ich unterscheide, ob ich Situationen beeinflussen kann oder nicht.

Ich setze – dienstlich und privat – anderen gegenüber Grenzen, und sage Nein, wenn nötig.

Ich weiß, wer mir gut tut.

Ich suche mir Unterstützung bei anderen, und lasse mir helfen.

Ich lasse die Verantwortung da, wo sie ist, und wo sie deshalb auch hingehört.

Ich nehme das, was andere sagen oder tun nicht persönlich

Ich kann loslassen von
… Dingen
… Rachegefühlen
… unangemessenen Verpflichtungsgefühlen
… mir schädlichen Menschen
… nicht (mehr) verwirklichbaren Zielen.

 

Selbstfürsorge:
„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ (Erich Kästner):
Kleine und deshalb tatsächlich zeitnah realisierbare Schritte auf dem hellen Weg der Fürsorge und Selbstfürsorge
wünsche ich Ihnen für heute!


Albrecht Sautter
Evang.Pfarramt für Polizei und Notfallseelsorge, Waiblingen, albrecht.sautter@elkw.de

 

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