Impuls April 2020

 

Zu zweit auf Streife

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Sie in der Polizei des Landes Baden-Württemberg Dienst tun, seit Mitte März ist unser aller Leben, ob nun ganz privat oder öffentlich, grundlegend anders. Die Begegnungen und der gegenseitige kollegiale Austausch, aber auch manche Konflikte mit dem Bürger fehlen oder sind verändert.

Ein bisschen wie die Emmausjünger (vgl. Lukasevangelium, Kapitel 24) gehen wir alle zu zweit, auf Abstand, angefüllt mit Fragen:

Musste es nicht so kommen?

Haben wir’s nicht geahnt?

Wer muss dran glauben?

Was erscheint uns jetzt?

Und wächst das Rettende mit?

Mich zumindest beschäftigen solche und auch ähnliche Denkfiguren; doch einfache Antworten und Lösungen finde auch ich nicht. Das geht wahrscheinlich wirklich nur gemeinsam, auf dem Weg, im Gespräch, und sei es auch nur zu zweit

.„Reden hilft!“ sagt der Volksmund ja so passend.Im Kreis meiner Kolleginnen und Kollegen sprechen auch wir viel miteinander. Als Pfarrer und Diakone haben wir uns in unserem Tun und Lassen aufgeteilt. Versuchen, gemeinsam Lösungen zu finden, wie Gemeinschaft, Begleitung, Seelsorge in diesen Zeiten gelingen kann.

Ich bin in den letzten Wochen z.B. vornehmlich in meiner Funktion als Krankenhausseelsorger und medizinethischer Berater tätig.

Wie kann man Leid gemeinsam tragen?

Oder wie befürchtete Abschiede auch ohne Nähe dennoch würdig gestalten? Wenn es so kommt, wird das auch für uns alle nicht einfach sein.

Und dennoch glaube ich, dass wir durch die Vorbereitungen vieler einen Weg finden werden und nicht allein gelassen sind.

Andere meiner Kolleginnen und Kollegen beschäftigen sich mit der Frage, wie Sie sich in Ihrem polizeilichen Dienst gegen die Herausforderungen der Covid-19-Pandemie wappnen könnten. Ein kleines Beispiel sei hier eingefügt. Vielleicht ist ja etwas passendes für Sie dabei: (COVID-19 Merkblatt für Helfer).

 

Egal wo Sie gerade sind, ob nun in Quarantäne, im Home-Office, in Ihrer Dienststelle oder zu zweit auf Streife:

Ihnen allen wünsche ich, dass für Sie spürbar Gottes Segen auf Ihrem Tun und Lassen liegen möge!

Bleiben Sie gesund und haben Sie’s gut!

Schauen wir gemeinsam, was kommen mag.

Für die Emmausjünger war‘s übrigens unglaublich: Ostern!

Strauch am Weg

 

Pfarrer Tobias Walkling

Ihr Pfarrer Tobias Walkling

Polizeiseelsorger für das PP Freiburg -

Tobias.Walkling@polizeiseelsorge.org

+49 160 9675 7063

 

 

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