Impuls Februar 2020

 

Das innere Gleichgewicht bewahren

Was hilft Ihnen heute, Ihre Aufgaben in gutem Kontakt zu Ihrem inneren Gleichgewicht abzuarbeiten? Trotz einer vermutlich sehr hohen Taktung? Was hilft Ihnen, inmitten des heutigen Arbeitstages dennoch auch die heiteren, schönen und entspannenden Augenblicke bewusst zu genießen?

Die Resilienzforschung versucht seit 1955, Antworten auf solche Fragen zu finden.

Stehaufmännchen neu

Am Modell eines „Stehaufmännchens“1 lassen sich „7 Wirkfaktoren der Resilienz“ annäherungsweise beschreiben. Das Stehaufmännchen haut so schnell nichts um. Nach einem Stoß findet es sich – nach kurzer Auspendelbewegung – relativ rasch wieder in seiner stabilen Ausgangsposition ein. Die physikalischen Wirkfaktoren orientieren sich am Schwerpunkt, der so gelagert ist, dass das Stehaufmännchen immer wieder seine innere Balance findet. Dieses Bild lässt sich anschaulich auf uns übertragen:Zerrt an einem idealtypisch „resilienten“ Menschen die Energie einer besonderen beruflichen Belastung – z.B. eine außergewöhnliche Herausforderung; oder ein emotional aufgeladener Konflikt, den ein schwieriger Kollege mit ihm sucht – und kann der Betroffene dann auf einige Ressourcen aus den „7 Wirkfaktoren der Resilienz“ zugreifen, dann bleibt er auch in potentiell belastenden Situationen im inneren Schwerpunkt „geerdet“ und dadurch in seinem wohltuenden inneren Gleichgewicht.

Die „7 Wirkfaktoren der Resilienz“:

1. Optimismus

Grundvertrauen auch in schwierigen Momenten: „das schaffe ich schon“.

2. Akzeptanz

Ich akzeptiere, was ich nicht ändern kann. „Es gefällt mir nicht. Aber ok, so ist es!“

3. Lösungsorientierung

Ich schaue achtsam auf die Lösung und auf den nächsten kleinen Schritt auf meinem Weg (und nicht länger auf den Konflikt oder in die Abgründe rechts und links von meinem Weg).

4. Opferrolle verlassen

Ich starre nicht länger auf die Schuldigen, sondern finde für mich einen Ausweg. „Ich kremple jetzt die Ärmel hoch!“

5. Verantwortung übernehmen

Ich übernehme die Verantwortung für mein Leben. “Ich entscheide jetzt. Und wenn’s schief läuft, werde ich daraus lernen und es das nächste Mal besser machen“.

6. Netzwerkorientierung

Ich suche mir Unterstützung. Und bin auch bereit, Unterstützung anzunehmen.

7. Zukunft planen

Ich überlege mir auch einen Plan B und Plan C. „Die Richtung stimmt; da geht’s lang“.

Einen dankbaren Blick wünsche ich Ihnen auf alles, was Ihnen bisher schon geholfen hat und weiterhin hilft, Ihr inneres Gleichgewicht - auch in Zeiten besonderer Herausforderungen - erfolgreich zu bewahren. Und viele heitere, schöne und entspannende Momente heute!

 

Albrecht Sautter

Ev.Pfarramt für Polizei und Notfallseelsorge, Waiblingen, albrecht.sautter@polizeiseelsorge-elkwue.de

 

1 Bildnachweis: www.perpetuum-mobile.de

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