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"Polizisten schützen unsere Menschenwürde"
Ein Gespräch mit Gerd Haug, Polizeiseelsorger und Dozent für Berufsethik
 

Gerd Haug

Gerd Haug

 

Die Polizei in Hessen kommt nicht aus den Schlagzeilen. Aktuell laufen Ermittlungen gegen mutmaßlich rechtsextreme Beamte. Das Entsetzen darüber ist groß, denn Polizisten tragen in unserer Gesellschaft enorme Verantwortung. Wie werden sie auf diese Aufgabe vorbereitet? Und wie lässt sich dem Extremismus in der Polizeiausbildung entgegenwirken? Ein Gespräch mit Gerd Haug, Polizeiseelsorger und Dozent für Berufsethik an der Hochschule der Polizei in Bruchsal.​
 
Haben Sie den aktuellen Polizeiskandal mit ihren Schülern diskutiert?
Gerd Haug: Nicht direkt, denn bei dem Verdacht in Hessen geht es ja um kriminelle Handlungen. Kriminelle Handlungen sind selbstverständlich auch für Polizistinnen und Polizisten verboten, um das zu begreifen, muss man nicht erst in den Ethikunterricht gehen. Was ich allerdings mit den angehenden Polizistinnen und Polizisten sehr intensiv behandele, ist das Thema „Vorurteile“: Welche Vorurteile habe ich selbst? Welchen Sinn haben Vorurteile? Und wie kann ich meine Vorurteile überprüfen? Die Schülerinnen und Schüler, die ich unterrichte, sind im Alter zwischen 16 und 35 Jahren. Zunächst geht es für diese jungen Leute darum, sensibel und bewusst mit Vorurteilen umzugehen. Es bringt wenig zu sagen: „Du darfst keine Vorurteile haben!“ Denn Vorurteile haben ja auch einen Zweck: Das Thema Eigensicherung ist hier vor allem zu nennen. Wenn jemand in die Tasche greift, könnte er ja auch ein Messer ziehen und nicht die Ausweispapiere. Das Bauchgefühl ist wichtig für Polizisten. Auf der anderen Seite erfassen Vorurteile selten die ganze Wahrheit. Das beste Beispiel dafür sind Vorurteile gegen Ausländer. Diese Vorurteile sind ausgerechnet dort am größten, wo es kaum ausländische Menschen gibt. Von daher ist es gut, wenn Polizistinnen und Polizisten z.B. Asylbewerber nicht nur in ihrem Arbeitskontext kennen lernen.

Was bringt der Berufsethikunterricht?
Gerd Haug: Etwas plakativ gesagt: Durch die berufsethische Reflexion unterscheidet es sich, ob ich gut Polizist sein kann, oder ob ich mich selbst irgendwann nur als Einsatzmittel wahrnehme. Etwas genauer gesagt: Es geht darum die Menschenwürde zu achten. Diese Würde zu schützen ist für Polizisten das Tagesgeschäft, so steht es im Grundgesetz Artikel 1. Darauf werden Polizisten vereidigt. Darum tragen sie auch eine Waffe, um die Würde zu schützen. Was aber heißt das konkret? Eigentlich geht es dabei um eine grundlegende Haltung allen Menschen gegenüber. Der Obdachlose hat diese Würde genauso wie der Manager im dicken Auto. Man muss sich diese Würde nicht erarbeiten durch besonders braves Verhalten und man verliert sie auch nicht, wenn man kriminell wird. Polizisten brauchen diese Haltung, gerade dann, wenn es schwer fällt. Bei ihrer Arbeit geraten sie oft in sehr herausfordernde Situationen. Stellen sie sich mal vor, sie werden bei einer Demonstration angespuckt und angeschrien. Von Polizisten wird dann erwartet, dass sie die Nerven behalten und ihren Auftrag nicht vergessen, die Würde des Menschen zu achten und zu schützen. Da ist es wichtig, dass diese Haltung der Menschenwürde immer wieder eingeübt und verinnerlicht wird. Gerade Polizistinnen und Polizisten, die jeden Tag vor unberechenbaren Situationen stehen, die jeden Tag für die Sicherung unserer Würde einstehen, brauchen hier unsere Unterstützung.

Wie können Polizisten im Unterricht lernen, die Würde schützen?
Gerd Haug: Ich denke, eine große Chance liegt zum Beispiel darin, verschiedene Ansichten der Wirklichkeit miteinander ins Gespräch zu bringen. Das klingt vielleicht auf den ersten Blick etwas abstrakt, aber Kommunikation ist eine ganz große Aufgabe von Polizistinnen und Polizisten. Wenn die Polizei gerufen wird, geht es ja oft um Konflikte. Wenn Polizisten es dann schaffen, Menschen wieder miteinander ins Gespräch zu bringen, lassen sich oft noch Möglichkeiten entdecken, friedlich mit einem Konflikt umzugehen. Und noch an eine andere Sache denke ich. Die Polizistinnen und Polizisten sollen natürlich auch lernen, ihre eigene Würde zu achten und zu schützen. Letztlich halten sie in ihrem Beruf die Knochen dafür hin, dass unsere gesellschaftliche Ordnung funktioniert. Nur wenn es einem selbst dabei langfristig gut geht, kann man auch seine Arbeit gut machen. Dafür ist es wichtig, sich selbst zu reflektieren. Z.B. das Überbringen von Todesnachrichten. Das ist eine Aufgabe, die man nicht „richtig“ machen kann, das ist nichts, was ich routiniert abspule. Bevor man beruflich in so eine Situation geht, denken wir im Unterricht darüber nach: „Wie gehe ich eigentlich selbst mit Trauer und Verlusterfahrungen um?“
Dabei wird deutlich, wie unterschiedlich Menschen trauern. Und es wird auch klar, dass es dafür keine Patentrezepte gibt. Auch mit sehr viel Erfahrung bleibt das eine ganz schwere Aufgabe, Angehörigen eine solche Nachricht zu überbringen. Es ist eine schöne, spannende und herausfordernde Aufgabe mit Polizistinnen und Polizisten solche Prozesse in den Blick zu nehmen.

Die Fragen stellte Bruno Ringewaldt, ekiba

 

Zum Interview

 

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Silvretta 1
TRAUERwege "Wege" für Trauernde (Männer)

Wanderung im Silvretta-Massiv 21. - 23. September 2018

 Silvretta 2

Eine ganz schön(e,) anstrengende, bereichernde, gute, … Erfahrung.

Wieder waren wir für ein Wochenende in den Bergen – vier trauernde Männer und ich. Eine ganz schön(e,) anstrengende, bereichernde, unterstützende, denkwürdige, gute, … Erfahrung. Ausgangspunkt war wieder das Silvrettahaus. Bereits am Freitag wollten die vier Teilnehmer das schöne Spätsommerwetter ausnützen und das hohe Rad besteigen (Höhe knapp 3000 Meter). Schritt für Schritt ging es steil die knapp 1000 Meter in die Höhe. Anstrengung war nötig, durch die Geröll- und Steinfelder balancieren gefordert, den Ausblick genießen möglich und zur Belohnung ein super Blick und das herrliche Gefühl es gemeinsam geschafft zu haben. Nach dem Abstieg wurde uns wie gewohnt ein köstliches Mahl bereitet.

Silvretta 3

Erstaunlich wenig Muskelkater und Verspannungen motivierten uns zu einer gewaltigen Tour am Samstag. Vom Vermuntstauee zur Tübinger
Hütte. Von dort zur Saarbrücker Hütte und wieder zurück! Anfangs waren es noch frische sechs, sieben Grad und Nebel, die uns
begleiteten. Dann kam die Sonne. Auf dem letzten Teil des Rückwegs war es dann schon dunkel. Zunächst ging es ca. 800 Meter in die Höhe zum Hochmadererjoch, dann wieder knapp 400 Meter runter zur Tübinger Hütte und von dort dann wieder hoch – ca. 500 Meter – übers Plattenjoch zur Seelücke; wieder runter wieder hoch und über die Saarbrücker Hütte ganz hinunter zurück zum Ausganspunkt.

Silvretta 4

Eine sehr schöne Landschaft, abwechslungsreiche Wege – Fahrwege, Wiesenwege, Geröll- und Schotterwege – an Bergbächen vorbei, steile
Auf- und Abstiege über Stein- und kleine Schneefelder, große Felsblöcke, gemütliche leicht ansteigende, oder absteigende Abschnitte, Murmeltiere, einzelne Blumen, Sonne, Schatten, blauer Himmel, Nebel, … alles da.

Silvretta 5

Die Felsformationen sind beeindruckend; wie sie seit Jahrtausenden Wind und Wetter trotzen und sich doch immer auch verändern. Da kann
einem deutlich werden, dass es mehr gibt als manches kurzfristige Tagesereignis. Es ist eine nicht immer einfache Erfahrung zu erleben, dass hinter dem vermuteten Joch ein Tal ist, durch das man zuerst durchgehen muss, um dann weiter aufsteigen zu können. Aber dieses Tal ist erstens schön, hat unter Umständen einen See und zweitens hilft es sich zu erholen. Auch im Leben ist nicht immer klar was uns nach der
nächsten Wegbiegung erwartet. Es ist gut zu erfahren, dass sich Anstrengung lohnt, dass man sich nach dem Auspowern schnell wieder
regenerieren kann. Es tut gut die Schönheit der Landschaft einzusaugen, um sich daran auch in der Erinnerung freuen zu können.

Silvretta 6

Neben all dem waren die Gespräche miteinander ein weiterer wichtiger Teil dieses Wochenendes für trauernde Männer. In der Abgeschiedenheit
der Berge und unter uns, da dürfen und können dann auch manchmal bei sonst eher hartgesottenen Männern Tränen fließen. Gott sei Dank.
Nächstes Jahr wieder! (20.-22. September 2019)

 

Georg Hug, Diakon, Polizeiseelsorger, Trauerbegleiter (DAQTE)

Silvretta 7

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Überbringen einer Todesnachricht - Neue App und Faltblatt der Katholischen Polizeiseelsorge

Sie haben eine Todesnachricht zu überbringen. Die Informationen zum guten Überbringen einer Todesnachricht, die es bisher als Faltblatt gab, sind inzwischen auch als APP auf Ihr Handy herunterladbar.

Auf dem Faltblatt bzw. jetzt der App, finden Sie wichtige Hinweise zu einer der schwierigsten Aufgaben der Polizei, damit sie diese
möglichst gut für die Angehörigen und für Sie ausführen können.

Die Taschenkarte ist über die Geschäftsstelle der Bundesarbeitsgemeinschaft der katholischen Polizeiseelsorge zu erhalten.

Die APP können Sie finden unter:

Android:
https://play.google.com/store/apps/details?id=systems.hug.apps.todesnachricht

iOS (Apple)
https://itunes.apple.com/de/app/todnachricht/id1390701116?mt=8

 

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Seminar Vorbereitung auf den Ruhestand 2018

12. - 14. Juni 2018 Kloster Reute

Wieder haben sich Kollegen, teilweise mit ihren Partnerinnen, im Kloster Reute getroffen, um sich mit ihrem bevorstehenden Ruhestand zu
beschäftigen.

 

Maximilian Kolbe Haus


Ein neuer Lebensabschnitt steht bevor. Der letzte – leider. Es lohnt sich dazu ein paar Überlegungen anzustellen. Beispielsweise: Wie kann
ich gut abschließen und zufrieden aus dem Berufsleben ausscheiden? Was möchte ich alles machen? Wie möchte ich meine Pension gestalten? Wie ist das mit Beihilfe, mit Pension, mit Zuverdienst,…? Wie kann das mit uns als Paar gehen?


Es gab Informationen und Anregungen, es gab die Möglichkeit selbst eigene Überlegungen anzustellen und es war möglich mit anderen
Teilnehmern ins Gespräch zu kommen.

 

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