Aktuelles

 

 Ökumenische Jahrestagung 2019 in Freiburg vom 8. - 10. Mai 2019

 

Polizistinnen, Polizisten, Polizeiseelsorger und Seelsorgerinnen, Berufsethiklehrer, Berufsethiklehrerinnen trafen sich vom 8.-10. Mai.
2019 in Freiburg, um sich weiterzubilden und um miteinander ins Gespräch zu kommen oder im Gespräch zu bleiben. Es waren vertraute Gesichter und neue Teilnehmer, die sich insbesondere zum Thema Arbeiten und Führen mit Werten inspirieren ließen.

Erzbischof Stefan Burger bedankte sich in seinem Grußwort ausdrücklich bei den Mitarbeitenden in der Polizei dafür, dass sie die Werte:
Freiheit, Sicherheit, Gerechtigkeit für uns erhalten. Jeder Mensch hat die Möglichkeit sich für das Gute zu entscheiden; aber nicht alle tun dies. In der Gesellschaft und in der Polizei brauche es ein Miteinander von Wahrheit, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit, so Burger.

Schwester Edith-Maria Mager, Generaloberin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen, ging in Ihrem Referat darauf ein, dass Macht dazu dient Leben zu mehren.

Mit Rückgriffen auf die Bibel ging sie darauf ein, dass Macht notwendig ist, um das Rechte durchsetzen zu können.
Gute Führungspersonen würden die Menschen aufrichten. Und selbst aufrecht gehen. Sie versuchen das, was sie von anderen fordern selbst zu leben. Die Führenden brauchen eine „narzistische Kompetenz“, einen guten Eigensinn. Was keinen Egozentrismus bedeute. Aus der franziskanischen Führungsethik zitierte sie den wichtigen Grundsatz, dass allem Lebendigen Ehrfurcht gebührt. Und im Rückgriff auf den Apostel Paulus war ein wichtiger Hinweis an Führungskräfte, dass Macht dazu da ist, dass sie anderen nützt. Autorität wird jemand, wie Schwester Edith-Maria betonte, der die drei Bereiche Macht, Kompetenz und Liebe in rechter Weise ausfüllt. Fehlt eine Dimension, dann wird das nicht gelingen.

Professor Peter Schallenberg, Professor für Moraltheologie und Ethik an der theologischen Fakultät Paderborn, erläuterte in einem Spannungsbogen von den Griechen über die Bibel die Frage der Haltung.

Christliche Werte, Werte in der Polizeiarbeit – eine Frage der Haltung? Vom Ur-, oder Grundvertrauen, vom Halt kommt es zur Haltung, zu den Talenten und von dort zum Verhalten. Es ist die Grundfrage des Menschen, auf die er eine Antwort sucht und zu der er ein Gefühl entwickeln will: Es ist gut, dass ich da bin, dass ich liebenswert und geliebt bin. Nicht die Quantität der Tage, sondern die Qualität des Lebens ist entscheidend. Letztlich geht es dann immer wieder darum was gut ist und nicht nur darum was richtig ist. Daraus kann dann die Haltung entstehen, dass ich lieber Unrecht erleide, als selbst Unrecht tue. Eine wichtige Frage, die er sowohl für Polizisten, als auch für Seelsorgende und für Leitende aufwarf war: Mag ich die Menschen?

In verschiedenen Workshops wurden die Impulse vertieft und in Exkursionen Menschen und/in Einrichtungen erlebt, die Werte konkret leben. Die Freiburger Pflasterstub, die Caritaswerkstätten, das Departement für psychische Erkrankungen der Uniklinik Freiburg und das Hospiz Karl Josef waren Stationen, um dem Ernstfall „Menschenwürde“ zu begegnen.


Die Teilnehmer waren dankbar für die Impulse, die Begegnungen und Gespräche. Viele freuen sich 2021 (26. bis 28. April) in Bad Herrenalb bei der nächsten ökumenischen Tagung wieder zu sehen..

 

Georg Hug, Polizeidekan

 

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Gleitschirm 01

TrauerWEGE 23. März 2019 - VierFelsenWanderung

 

Gleitschirm 02

 


Bei herrlichem Frühjahrswetter, idealen Wandertemperaturen, waren wieder trauernde Männer unterwegs. Vom Thermalbad in Beuren ging es am Freilichtmuseum vorbei den Berg hoch zum Beurener Fels. Weitere drei Felsen (Brucker Fels, Wilhelmsfels und der Hohenneuffen) standen dann noch auf dem Wanderprogramm. Aufstieg und Abstieg, Blicke ins Tal, Gespräche und Schweigen; Erinnerungen und Gegenwart; Hoffnung auf eine gute Zukunft, … wieder ein bewegender Tag. Mit Fallschirmspringern/-fliegern, die ganz leicht und unbeschwert in den Lüften schweben, die aber immer auch wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkommen müssen. Aber es tut gut zeitweise zu entschweben, sich Schönem, Leichtem, … zuwenden zu können.

 

Gleitschirm 03

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Georg Hug, Polizeidekan

 

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"Polizisten schützen unsere Menschenwürde"
Ein Gespräch mit Gerd Haug, Polizeiseelsorger und Dozent für Berufsethik
 

Gerd Haug

Gerd Haug

 

Die Polizei in Hessen kommt nicht aus den Schlagzeilen. Aktuell laufen Ermittlungen gegen mutmaßlich rechtsextreme Beamte. Das Entsetzen darüber ist groß, denn Polizisten tragen in unserer Gesellschaft enorme Verantwortung. Wie werden sie auf diese Aufgabe vorbereitet? Und wie lässt sich dem Extremismus in der Polizeiausbildung entgegenwirken? Ein Gespräch mit Gerd Haug, Polizeiseelsorger und Dozent für Berufsethik an der Hochschule der Polizei in Bruchsal.​
 
Haben Sie den aktuellen Polizeiskandal mit ihren Schülern diskutiert?
Gerd Haug: Nicht direkt, denn bei dem Verdacht in Hessen geht es ja um kriminelle Handlungen. Kriminelle Handlungen sind selbstverständlich auch für Polizistinnen und Polizisten verboten, um das zu begreifen, muss man nicht erst in den Ethikunterricht gehen. Was ich allerdings mit den angehenden Polizistinnen und Polizisten sehr intensiv behandele, ist das Thema „Vorurteile“: Welche Vorurteile habe ich selbst? Welchen Sinn haben Vorurteile? Und wie kann ich meine Vorurteile überprüfen? Die Schülerinnen und Schüler, die ich unterrichte, sind im Alter zwischen 16 und 35 Jahren. Zunächst geht es für diese jungen Leute darum, sensibel und bewusst mit Vorurteilen umzugehen. Es bringt wenig zu sagen: „Du darfst keine Vorurteile haben!“ Denn Vorurteile haben ja auch einen Zweck: Das Thema Eigensicherung ist hier vor allem zu nennen. Wenn jemand in die Tasche greift, könnte er ja auch ein Messer ziehen und nicht die Ausweispapiere. Das Bauchgefühl ist wichtig für Polizisten. Auf der anderen Seite erfassen Vorurteile selten die ganze Wahrheit. Das beste Beispiel dafür sind Vorurteile gegen Ausländer. Diese Vorurteile sind ausgerechnet dort am größten, wo es kaum ausländische Menschen gibt. Von daher ist es gut, wenn Polizistinnen und Polizisten z.B. Asylbewerber nicht nur in ihrem Arbeitskontext kennen lernen.

Was bringt der Berufsethikunterricht?
Gerd Haug: Etwas plakativ gesagt: Durch die berufsethische Reflexion unterscheidet es sich, ob ich gut Polizist sein kann, oder ob ich mich selbst irgendwann nur als Einsatzmittel wahrnehme. Etwas genauer gesagt: Es geht darum die Menschenwürde zu achten. Diese Würde zu schützen ist für Polizisten das Tagesgeschäft, so steht es im Grundgesetz Artikel 1. Darauf werden Polizisten vereidigt. Darum tragen sie auch eine Waffe, um die Würde zu schützen. Was aber heißt das konkret? Eigentlich geht es dabei um eine grundlegende Haltung allen Menschen gegenüber. Der Obdachlose hat diese Würde genauso wie der Manager im dicken Auto. Man muss sich diese Würde nicht erarbeiten durch besonders braves Verhalten und man verliert sie auch nicht, wenn man kriminell wird. Polizisten brauchen diese Haltung, gerade dann, wenn es schwer fällt. Bei ihrer Arbeit geraten sie oft in sehr herausfordernde Situationen. Stellen sie sich mal vor, sie werden bei einer Demonstration angespuckt und angeschrien. Von Polizisten wird dann erwartet, dass sie die Nerven behalten und ihren Auftrag nicht vergessen, die Würde des Menschen zu achten und zu schützen. Da ist es wichtig, dass diese Haltung der Menschenwürde immer wieder eingeübt und verinnerlicht wird. Gerade Polizistinnen und Polizisten, die jeden Tag vor unberechenbaren Situationen stehen, die jeden Tag für die Sicherung unserer Würde einstehen, brauchen hier unsere Unterstützung.

Wie können Polizisten im Unterricht lernen, die Würde schützen?
Gerd Haug: Ich denke, eine große Chance liegt zum Beispiel darin, verschiedene Ansichten der Wirklichkeit miteinander ins Gespräch zu bringen. Das klingt vielleicht auf den ersten Blick etwas abstrakt, aber Kommunikation ist eine ganz große Aufgabe von Polizistinnen und Polizisten. Wenn die Polizei gerufen wird, geht es ja oft um Konflikte. Wenn Polizisten es dann schaffen, Menschen wieder miteinander ins Gespräch zu bringen, lassen sich oft noch Möglichkeiten entdecken, friedlich mit einem Konflikt umzugehen. Und noch an eine andere Sache denke ich. Die Polizistinnen und Polizisten sollen natürlich auch lernen, ihre eigene Würde zu achten und zu schützen. Letztlich halten sie in ihrem Beruf die Knochen dafür hin, dass unsere gesellschaftliche Ordnung funktioniert. Nur wenn es einem selbst dabei langfristig gut geht, kann man auch seine Arbeit gut machen. Dafür ist es wichtig, sich selbst zu reflektieren. Z.B. das Überbringen von Todesnachrichten. Das ist eine Aufgabe, die man nicht „richtig“ machen kann, das ist nichts, was ich routiniert abspule. Bevor man beruflich in so eine Situation geht, denken wir im Unterricht darüber nach: „Wie gehe ich eigentlich selbst mit Trauer und Verlusterfahrungen um?“
Dabei wird deutlich, wie unterschiedlich Menschen trauern. Und es wird auch klar, dass es dafür keine Patentrezepte gibt. Auch mit sehr viel Erfahrung bleibt das eine ganz schwere Aufgabe, Angehörigen eine solche Nachricht zu überbringen. Es ist eine schöne, spannende und herausfordernde Aufgabe mit Polizistinnen und Polizisten solche Prozesse in den Blick zu nehmen.

Die Fragen stellte Bruno Ringewaldt, ekiba

 

Zum Interview

 

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Silvretta 1
TRAUERwege "Wege" für Trauernde (Männer)

Wanderung im Silvretta-Massiv 21. - 23. September 2018

 Silvretta 2

Eine ganz schön(e,) anstrengende, bereichernde, gute, … Erfahrung.

Wieder waren wir für ein Wochenende in den Bergen – vier trauernde Männer und ich. Eine ganz schön(e,) anstrengende, bereichernde, unterstützende, denkwürdige, gute, … Erfahrung. Ausgangspunkt war wieder das Silvrettahaus. Bereits am Freitag wollten die vier Teilnehmer das schöne Spätsommerwetter ausnützen und das hohe Rad besteigen (Höhe knapp 3000 Meter). Schritt für Schritt ging es steil die knapp 1000 Meter in die Höhe. Anstrengung war nötig, durch die Geröll- und Steinfelder balancieren gefordert, den Ausblick genießen möglich und zur Belohnung ein super Blick und das herrliche Gefühl es gemeinsam geschafft zu haben. Nach dem Abstieg wurde uns wie gewohnt ein köstliches Mahl bereitet.

Silvretta 3

Erstaunlich wenig Muskelkater und Verspannungen motivierten uns zu einer gewaltigen Tour am Samstag. Vom Vermuntstauee zur Tübinger
Hütte. Von dort zur Saarbrücker Hütte und wieder zurück! Anfangs waren es noch frische sechs, sieben Grad und Nebel, die uns
begleiteten. Dann kam die Sonne. Auf dem letzten Teil des Rückwegs war es dann schon dunkel. Zunächst ging es ca. 800 Meter in die Höhe zum Hochmadererjoch, dann wieder knapp 400 Meter runter zur Tübinger Hütte und von dort dann wieder hoch – ca. 500 Meter – übers Plattenjoch zur Seelücke; wieder runter wieder hoch und über die Saarbrücker Hütte ganz hinunter zurück zum Ausganspunkt.

Silvretta 4

Eine sehr schöne Landschaft, abwechslungsreiche Wege – Fahrwege, Wiesenwege, Geröll- und Schotterwege – an Bergbächen vorbei, steile
Auf- und Abstiege über Stein- und kleine Schneefelder, große Felsblöcke, gemütliche leicht ansteigende, oder absteigende Abschnitte, Murmeltiere, einzelne Blumen, Sonne, Schatten, blauer Himmel, Nebel, … alles da.

Silvretta 5

Die Felsformationen sind beeindruckend; wie sie seit Jahrtausenden Wind und Wetter trotzen und sich doch immer auch verändern. Da kann
einem deutlich werden, dass es mehr gibt als manches kurzfristige Tagesereignis. Es ist eine nicht immer einfache Erfahrung zu erleben, dass hinter dem vermuteten Joch ein Tal ist, durch das man zuerst durchgehen muss, um dann weiter aufsteigen zu können. Aber dieses Tal ist erstens schön, hat unter Umständen einen See und zweitens hilft es sich zu erholen. Auch im Leben ist nicht immer klar was uns nach der
nächsten Wegbiegung erwartet. Es ist gut zu erfahren, dass sich Anstrengung lohnt, dass man sich nach dem Auspowern schnell wieder
regenerieren kann. Es tut gut die Schönheit der Landschaft einzusaugen, um sich daran auch in der Erinnerung freuen zu können.

Silvretta 6

Neben all dem waren die Gespräche miteinander ein weiterer wichtiger Teil dieses Wochenendes für trauernde Männer. In der Abgeschiedenheit
der Berge und unter uns, da dürfen und können dann auch manchmal bei sonst eher hartgesottenen Männern Tränen fließen. Gott sei Dank.
Nächstes Jahr wieder! (20.-22. September 2019)

 

Georg Hug, Diakon, Polizeiseelsorger, Trauerbegleiter (DAQTE)

Silvretta 7

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Überbringen einer Todesnachricht - Neue App und Faltblatt der Katholischen Polizeiseelsorge

Sie haben eine Todesnachricht zu überbringen. Die Informationen zum guten Überbringen einer Todesnachricht, die es bisher als Faltblatt gab, sind inzwischen auch als APP auf Ihr Handy herunterladbar.

Auf dem Faltblatt bzw. jetzt der App, finden Sie wichtige Hinweise zu einer der schwierigsten Aufgaben der Polizei, damit sie diese
möglichst gut für die Angehörigen und für Sie ausführen können.

Die Taschenkarte ist über die Geschäftsstelle der Bundesarbeitsgemeinschaft der katholischen Polizeiseelsorge zu erhalten.

Die APP können Sie finden unter:

Android:
https://play.google.com/store/apps/details?id=systems.hug.apps.todesnachricht

iOS (Apple)
https://itunes.apple.com/de/app/todnachricht/id1390701116?mt=8

 

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